Kompass Café: Toxische Beziehungen

Wie passen diese Worte eigentlich zusammen? Widersprechen sie sich nicht in sich? Ähnlich eines Oxymoron wie „Hassliebe“ (sich selbst widersprechende Worte)?

Toxisch weist auf etwas Giftiges hin, etwas Zerstörerisches, Ungesundes. Toxische Stoffe können entweder langsam und schleichend oder schnell und kraftvoll einen Organismus schädigen oder zerstören.

Von Beziehung, vor allem im Zusammenhang einer Liebesbeziehung, sprechen wir wenn zwei Menschen in Liebe, Interesse und Fürsorge miteinander verbunden sind. Menschen in einer Beziehung sind sich in wechselseitiger emphatischer Aufmerksamkeit zugewandt.

Auch wenn die Bezeichnung „toxische Beziehungen“ in sich unlogisch erscheint, ist dies aber die Realität vieler Partnerschaften.

Beziehungen in dem der eine Partner zerstörerisch auf den anderen einwirkt und der andere Partner es geschehen lässt.

Woran bemerken wir ob eine (unsere) Beziehung toxisch ist? Welche Alarmsignale gibt es? Und wie kann ich mich aus einer toxischen Beziehung befreien?

Diese Fragen wurden am 07.09.20 im Kompass-Café diskutiert.

ALARMSIGNALE: Das soll Liebe sein?

Wer bei Patchwork in der Bahrenfelder Straße durch die Tür tritt, kann es eigentlich nicht übersehen: unsere Präventivkampagne „Alarmsignale: Das soll Liebe sein?“ ist angelaufen und ein wunderbares Roll-up weist darauf hin. Auch Flyer sind zeitgleich fertig geworden:

Alarmsignale: Das soll Liebe sein?

Tut Ihnen Ihr Partner (noch) gut? Fühlen Sie sich zu oft von ihm eingeschüchtert und verletzt? Dann sollten Sie prüfen, ob wirklich alles in Ordnung ist. Wir von Patchwork – Beratungsstelle für Beziehungsgewalt und Stalking haben die wichtigsten Alarmsignale für Sie zusammengestellt:

Als mein Freund wissen wollte, wer X ist, fiel ich aus allen Wolken. Er liest meine Chats.

Das soll Liebe sein? Wenn er Sie unter Kontrolle hat: Patchwork 0171-633 25 03.

Kein Wunder, dass mein Freund ausrastet. Ich hasse ja auch Unordnung. Wenn ich öfter aufräume, muss er nicht ausrasten.

Schuldumkehr ist ein Alarmsignal. Wenn Sie ihn entschuldigen: Patchwork 0171-633 25 03.

Früher war ich oft mit Freunden im Kino. Filme können wir auch zu Hause sehen, sagt mein Partner. Er weiß, was mir guttut.

Das soll Liebe sein? Wenn er Sie nach seinem Willen formt: Patchwork 0171-633 25 03.

Ich war gern unter Menschen. Erst als ich meinen Freund kennenlernte, merkte ich, wie wenig mir das gibt. Ich bleibe lieber bei ihm. 

Manipulation ist ein Alarmzeichen. Wenn er Sie steuert: Patchwork 0171-633 25 03.

Früher stand ich oft im Mittelpunkt. Mein Freund mochte das nicht. Er trägt mich auf Händen. Wir sind füreinander da. Was gibt es Schöneres?

Das soll Liebe sein? Wenn er Sie aus dem Verkehr zieht. Patchwork 0171-633 25 03.

Mein Freund tut alles für mich. Sei doch froh, sagt er. Aber ich traue mir nichts mehr zu.

Abwertung ist ein Alarmzeichen. Wenn er Sie kleinmacht: Patchwork 0171-633 25 03.

Wenn Sie Zweifel haben und Beratung wünschen, sind Sie bei Patchwork richtig! Sie erreichen uns Montag – Freitag 9-13h Uhr, sowie Montag und Mittwoch 9-18 unter 0171 – 633 25 03 – anonym und vertraulich.

 

Nun wollen wir dieses wichtige Thema in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren in unserer Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz bringen und natürlich nebenbei auf Patchwork und unsere Beratung für von Beziehungsgewalt und Stalking betroffenen Frauen aufmerksam machen.

Kompass Café: Liebe und Gewalt – kein Bund fürs Leben!

Tut Ihnen Ihr Partner (noch) gut? Schüchtert er Sie ein und verletzt er Sie? Macht Ihnen ein Ex-Partner das Leben schwer? Dann sind Sie beim Kompass Café von PATCHWORK richtig! Wir treffen uns montags von 18.00 – 19.30 in der Bahrenfelder Str. 255, um über Themen zu reden, die viele angehen. Zu jedem der lockeren Treffs gibt es einen Schwerpunkt:

10.08. Was kann ich tun, damit das Stalking aufhört? Wie funktioniert die NoStalk-App?

24.08. Stalking und digitale Gewalt: Wie kann ich meine Privatsphäre schützen?

07.09. Toxische Beziehungen: Wie unterbreche ich die destruktive Dynamik?

21.09. Trennung wegen Häuslicher Gewalt und gemeinsamer Mietvertrag: Wie soll das gehen?

05.10. „Wenn Du Dich trennst, nehme ich Dir die Kinder weg.“: Leere Drohung oder reale Gefahr

19.10.  WIR BITTEN UM VERSTÄNDNIS – DIESE VERANSTALTUNG MUSSTE AUFGRUND VON CORONA LEIDER KURZFRISTIG ABGESAGT WERDEN Gewalt zwischen Eltern: Welche Auswirkungen hat das auf die Kinder?

Das Kompass-Café hält sich an die Corona-Bestimmungen. Entsprechende Änderungen geben wir kurzfristig an dieser Stelle auf unserer Homepage bekannt.

Patchwork – Beratung für von Gewalt betroffene Frauen 0171 – 633 25 03 oder info@patchwork-hamburg.org

Beziehungen auf Augenhöhe

Am 25. November wird jährlich international auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht. Der bff* nimmt das zum Anlass, um mit seiner neuen Kampagne „Was geht bei Euch? – Beziehungen auf Augenhöhe“ zum Nachdenken über gleichberechtigte und gewaltfreie Beziehungen anzuregen. Denn Fakt ist: Viele Jugendliche und junge Erwachsene erleben bereits in ihren Beziehungen Grenzüberschreitungen und Gewalt. Junge Frauen sind dabei besonders gefährdet und sehr oft von körperlicher und sexualisierter Gewalt durch ihren eigenen Partner betroffen.

  • Mehr als 65% aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon Grenzüberschreitungen oder Gewalt in Beziehungen erlebt.
  • Mehr als jede 4. junge Frau hat schon einmal Gewalt durch den eigenen Partner erlebt. 10% waren von schwerer sexualisierter und körperlicher Gewalt betroffen.
  • Laut PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) von 2017 waren 24% aller Täter bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung zwischen 14 und 21 Jahre alt. 39% der weiblichen Betroffenen waren zwischen 14 und 21 Jahre alt.

„Jugendliche und junge Erwachsene können sich nicht früh genug damit auseinandersetzen, was es heißt Grenzen zu setzen und Grenzen zu achten“ sagt Silvia Zenzen vom bff. Im Rahmen der Kampagne „Was geht bei Euch? – Beziehungen auf Augenhöhe“ sind drei Beziehungstests zu den Themen Sexualität, Nähe – Distanz und Kommunikation entstanden: „Was ist guter Sex?“, „Wie viel Nähe brauchst du?“ und „Soll 1 Paar über alles reden?“ Jugendliche und junge Erwachsene können sich auf diese Art humorvoll mit eigenen Erfahrungen, Ideen und Wünschen auseinandersetzen.
Die Beziehungstests gibt es online unter www.was-geht-bei-euch.de

Wie gelingen Beziehungen auf Augenhöhe? Einfach mal reinschauen!

PATCHWORK bei N-JOY: Thema Stalking mit Nina und dem Haacke

„ES WAR EKLIG“ – LAURA FÜHLTE SICH GESTALKT

Endlose Nachrichtenverläufe, plötzliche Begegnungen, gruselige Postings: Laura* hat sich von ihrem Ex-Freund gestalkt gefühlt. In „Eine Stunde, ein Leben“ hat sie bei N-JOY ihre Geschichte erzählt.

Ihre Geschichte beginnt im Februar 2018 – und wirkt zunächst harmlos: Laura ist in ihrer Beziehung unglücklich und trennt sich von ihrem Freund. Der fährt, um Abstand zu gewinnen, zu seiner Familie – doch als er nach einer Woche zurück kommt, hat Laura das Gefühl, dass er die Trennung nicht wahrhaben will.

Im N-JOY Interview erzählt Laura, dass sie ihrem Ex-Freund wieder und wieder sagt, dass es aus ist. Laut der Expertin Annette von Schröder von der Beratungsstelle „Patchwork“ ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Geschichte, in der sich jemand gestalkt fühlt, so anfängt:

 Unsere Klientinnen erzählen in der Regel von einer Beziehung zwischen ihnen und dem Stalker. Oft geht eine Partnerschaft, Ehe oder Freundschaft voraus, oder sie kennen ihn als Arbeitskollegen oder Nachbarn. Allen ist gemeinsam, dass die Frau keine Beziehung möchte und der andere das nicht respektiert. Annette von Schröder, „Patchwork – Frauen für Frauen gegen Gewalt“

„Patchwork“ hat die angstvolle und verstörte, vielleicht auch wütende und verletzte Seite der Frau im Blick – obwohl es natürlich auch männliche Opfer gibt. Mit rund 80 Prozent sind Frauen allerdings deutlich häufiger von Stalking betroffen. Darunter versteht man laut Annette von Schröder „wiederholtes Verfolgen, Nachstellen, penetrantes Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer Person gegen ihren Willen bis hin zur körperlichen Gewalt“.

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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Hamburg

Bereits zum achten Mal gaben teilnehmende Innungsbäckereien vom 24.11. bis 29.11.2017 Brötchentüten mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte!” aus. Auf den Tüten stehen außerdem die Adressen von Hamburger Beratungsstellen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Parallel informiert der „Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg“ an Infoständen in ausgewählten Bäckereien der Bäcker-­Innung über die hamburgischen Beratungs-­ und Schutzangebote.

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